Alpen · Von der Vier-Tage-Woche über Künstliche Intelligenz und Drohneneinsatz bis zu gemeinsamen Betriebsferien – Unternehmen aus Alpen tauschten sich bei einem neuen Format von MIT und Frauen-Union über Erfahrungen mit neuen Arbeitsmodellen aus.
Mehr als 30 Gäste sind der Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) und der Frauen-Union Alpen gefolgt, um bei der Veranstaltung unter dem Titel „Arbeit neu organisiert – Unternehmen berichten aus der Praxis“ miteinander ins Gespräch zu kommen. Diskutiert wurde über die Vier-Tage-Woche, Künstliche Intelligenz, Drohnen und neue Modelle der Arbeitsorganisation. Beide Verbände hatten erstmals eine Veranstaltung dieser Art gemeinsam konzipiert und umgesetzt. Sie ziehen ein positives Fazit und wollen nach eigenen Angaben den Dialog fortsetzen.
Unternehmer, Betriebsvertreter und interessierte Gäste – darunter auch Bürgermeister Ludger Staymann – haben den Veranstaltern zufolge die Gelegenheit genutzt, um Erfahrungen auszutauschen und neue Ansätze kennenzulernen. „Die Zukunft der Arbeit ist keine abstrakte Frage, die nur in politischen Debatten oder auf Kongressen diskutiert wird. Sie findet längst ganz konkret in den Betrieben vor Ort statt“, sind die Gastgeber überzeugt.
„Wir können viel voneinander lernen, wenn Erfahrungen offen geteilt werden“
Im Mittelpunkt des Abends standen drei Unternehmen, die jeweils einen eigenen Weg ausprobiert haben, Arbeit neu zu organisieren. Verena Bongen-Schroller und Stephan Kölbl von Elektro Schmitz berichteten über die Einführung der Vier-Tage-Woche in ihrem Handwerksbetrieb. Arno Ingenlath, technischer Leiter der GeSa mbH, gab Einblicke in den Einsatz von Drohnen, KI und Kamerarobotern. Sabrina Kämmerling, Inhaberin der Hairlounge, schilderte ihre Erfahrungen mit der Einführung von gemeinsamen Betriebsferien.
„Unsere Unternehmen verdienen Wertschätzung für das, was sie jeden Tag leisten. Gleichzeitig können wir viel voneinander lernen, wenn Erfahrungen offen geteilt werden“, sagte Mirco Zick, Vorsitzender der MIT Alpen. Bei dem Abend gehe es nicht darum, fertige Lösungen zu präsentieren, erklärte er. „Vielmehr sollen die Referierenden erzählen, was sie konkret verändert haben, wie sie vorgegangen sind, was funktioniert hat, wo Schwierigkeiten lagen und welche Erkenntnisse sie daraus gewonnen haben.“
Der Beitrag von Arno Ingenlath habe beispielsweise gezeigt, „wie aus Ausprobieren und Weiterentwickeln konkrete Lösungen entstehen können“, resümierten MIT und Frauen-Union. „Anschaulich demonstrierte er, wie Drohnen bei großräumigen Schadensereignissen Aufnahmen für eine umfassende Beurteilung liefern und künftig auch KI bei der automatisierten Schadensanalyse unterstützen könnte.“ Die gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal vorangetriebene Entwicklung sei noch nicht abgeschlossen.
Für Aufmerksamkeit habe auch der Bericht von Sabrina Kämmerling über die gemeinsamen Betriebsferien gesorgt. Wie sie berichtete, könnten während der Betriebsferien alle Beschäftigten gleichzeitig abschalten, ohne dass jemand im Urlaub einspringen oder wegen betrieblicher Ereignisse aus der Erholung zurückgerufen werden müsste. Gleichzeitig entstünden im laufenden Betrieb entspanntere Arbeitsphasen, „weil keine Urlaubsvertretungen organisiert werden müssen und das gesamte Team zur Verfügung steht“, sagte sie.
„Hidden Problems“ im Blick
Moderiert wurde der Abend von Frederik Paul, CDU-Landtagskandidat und Referent in der Abteilung Strategie und Zukunft der Arbeit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Er zog als Fazit: „Transformation der Arbeitswelt findet nicht nur in theoretischen Debatten statt, sondern dort, wo Unternehmen selbst neue Dinge ausprobieren.“